Aktionen und Veranstaltungen

Informationen über bereits stattgefundene Aktionen und Veranstaltungen finden Sie unter Rückblick

Ausgestaltung von zwei Insektennistwänden bei der Firma Wiegel Feuerverzinken in Graben

 

Im Herbst 2016 wurden wir von Beate Sauerlacher, freiberufliche Landschaftsgärtnerin angesprochen. Sie hatte den Auftrag, eine Renaturierungsfläche bei der Firma Wiegel Feuerverzinken in Graben zu gestalten. Der Auftraggeberwünschte sich auch Insektennistwände.

 
Bei einem Informationstreffen würde vereinbart, dass wir, die Bund Naturschutz Ortsgruppe Bobingen die
Ausgestaltung der Insektennistwände übernehmen sollten. Um die Ausführung fachlich korrekt zu machen, haben
wir uns in einem Fachbuchinformiert und weitere offene Fragen mit Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen
Staatssammlung München, einem kundigen und begeisterten Insektenkundler, geklärt.
Die ursprüngliche Planung, diese Wände noch im Herbst 2016 aufzustellen wurde bald fallen gelassen, da die
Gitterrahmen, die die Fa, Wiegel anfertigen wollte, nicht rechtzeitig fertig waren. Dieser Sachverhalt kam uns sehr
entgegen, da wir den Arbeitsaufwand der Vorbereitungen völlig unterschätz hatten.
 
Zuerst besorgten wir Eschen-Rundlinge mit etwa 1,5 m Länge, deren Längsseite angeschnitten und gehobelt
werden mussten. Dann wurden in die Hölzer mit extra langen Bohrern hunderte von Löchern mit einem
Durchmesser von 2-8 mm gebohrt. Die Bohrungen sollten sauber und ohne abstehende Holzfasern sein. Einige der dünneren Bohrer sind dabei abgebrochen.
 
Als nächstes waren hohle Stängel als Nisthilfe zu organisieren mit einem Durchmesser zwischen 2-8 mm. Zwei Pkw-
Anhänger mit Schilf als Ausgangsmaterial waren zurecht zu schneiden. Maschinell ließ sich das Schilf nicht
ablängen, da Schilf und andere Gräser Knoten haben . Der Hohlraum bis zu einem Knoten sollte mindestens 10 cm
sein – oder mehr. Nur so ist ein entsprechender Bruterfolg gewährleistet. Wenn eine Länge abgeschnitten wurde, ist
der nächste Knoten durch ein „Hüllblatt“ verdeckt. So musste Halm für Halm und Schnitt für Schnitt per Hand
gemacht werden. Eine Geduldsprobe!
 
Des Weiteren waren noch Stängel mit weichem Mark zu schneiden wie z. B. Holunder, was etwas einfacher war.
Alle zugeschnittenen Stängel wurden in Tondrainagerohre und Weinregalziegel eingebaut.
Als nächstes sollten Holzrahmen mit sandigem Lehm gefüllt werden. Ein Mitarbeiter der Firma Lauter gab sich viel
Mühe eine Stelle mit entsprechendem Lehm zu finden. Davon holte ich einen Anhänger voll. Es wurden Holzrahmen
gefertigt, diese in der Mitte mit Weidengeflecht ausgefacht und die Wände der Innenseiten mit Draht
ausgeschlagen, so dass der Lehm Halt hat.
 
Hier wirkte sich ein Kommunikationsfehler folgenreich aus. Wir hatten einen Plan gezeichnet und dabei die
Innenmaße angegeben. Das Drahtgestell wurde jedoch nach den vermeintlichen Außenmaßen gefertigt. Also –
Lehm wieder heraus holen, Weidengeflecht entfernen, Rahmen kleiner bauen, nochmals mit Weidengeflecht und
Draht versehen und mit Lehm füllen!
 
An zwei Samstagvormittagen, am 04.03. und am 01.04. haben wir mit einigen starken Helfern alle vorbereiteten
Teile eingebaut, die zu guter Letzt nun doch passten. Der Arbeitsaufwand belief sich auf geschätzt 130 bis 150 Stunden. Frau Sauerlacher wird noch die Dächer der Insektennistwände begrünen und eine passende Wildblumensaat
ausbringen.

Exkursion ins Haspelmoor am 22.06.2013

Bereits um 09:00 Uhr trafen sich 8 Leute aus der Ortsgruppe Bobingen am Bahnhof Haspelmoor. Der Treffpunkt liegt bereits inmitten des ursprünglichen Moores, das 1838/39 für den Bau der Bahnstrecke Augsburg –München entwässert wurde. Zuerst wurde Torf für den Betrieb von Lokomotiven gewonnen, später im großen Stil abgebaut und für alle möglichen Zwecke verkauft. Es waren bis zu 1600 Torfarbeiter mit dem Abbau beschäftigt. Heute ist das Haspelmoor ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 157 ha. In Teilbereichen werden die Entwässerungsgräben wieder aufgestaut, um die Moorbildung wieder in Gang zu bringen; denn Moore gelten als hochwertige CO²-Speicher. Das Hauptaugenmerk dieser Exkursion lag in der besonderen Tier- und Pflanzenwelt dieses Lebensraumes. Dort sind zahlreiche, vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu finden (Kreuzotter, Faulbaumbläulinge, Brombeer-und Mispelfalter, Schwarzspecht, Rosmarinheide, Moosäpfelchen, Rauschbeere, Besenheide, Heidekraut, Heidelbeere, Sonnentau, Pfeifengras, Geschlängelte Schmiele, Seidiges Wollgras u.a.). Den Besucher umgibt in diesem Lebensraum eine ganz eigene Atmosphäre wie in einer alten, längst vergangenen Welt.

 


Kreuzkröten und Uferschwalben am 06.06

Kieswerke als Lebensraum bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Die BN Ortsgruppe Bobingen lud zu einer Begehung ins Kieswerk Lauter ein.

Firmenchef Benjamin Lauter führte als Gastgeber die 37 Zuhörer in die Welt des Kiesabbaus, die damit einhergehenden Eingriffe in die Natur und die Bemühungen ein, die Auswirkungen für die Natur positiv zu gestalten. Auch wies er auf die Funde von eiszeitlichem Mammut, Wildpferd und Wollnashorn hin.

 Dann ging es zu einer der Kiesgruben, in der Herr Lauter Jahr für Jahr eine Brutwand für die Uferschwalben „herrichten“ lässt. Sie darf weder zu steil sein, weil sie dann abrutschen kann und die ganze Brut mit begräbt, noch zu flach, weil sonst Raubwild wie das Wiesel die Nester ausräubert. Die Uferschwalben graben sich jedes Jahr neue Brutröhren. Sie bilden die kleinste Schwalbenart und finden fast nur noch in Kiesgruben ihren Lebensraum, da ihr ursprüngliches Lebensumfeld, frisch abgebrochene Uferkanten an Flussufern, bei uns fast nicht mehr existiert.

 In eine andere bereits ausgekiesteGrube wird das Wasser vom Waschen des Kies geleitet. Dort hat nun ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die in unserer sonstigen Natur kaum noch Platz finden, entwickelt.

 Über die Jahre bilden sich zuerst Wasserflächen und ein ständig feuchter sumpfiger Randbereich mit Wasserrinnsalen. Nach und nach siedeln sich Büsche und Bäume wie Weide, Sanddorn, Pappeln und Birken an, die eine Aufwuchszeit von 10 bis 15 Jahren haben. Dieser extrem vielfältige Lebensraum bietet einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen eine Heimat, wie es sie sonst kaum noch gibt. Gerade Rohbodenflächen, ständig feuchte und magere Standorte, die ansonsten in Ruhe gelassen werden, sind in unserer stark genutzten Natur nicht mehr zu finden. Sie bieten Lebensraum z.B. für die Kreuzkröte, die auf der roten Liste steht. Die Kreuzkröte kommt nicht in Gewässern vor, in denen sich bereits andere Amphibien angesiedelt haben. Der Teichfrosch z.B. frisst deren Laich.

 Hier führte uns die Geologin Britta Richert und erklärte auch, welches Quaken zu welchem Frosch bzw. welcher Kröte gehört. Dass sich hier auch Feldhase, Rebhuhn und andere Tiere wohlfühlen, versteht sich von selbst. In diesem kleinen Lebensraum ist eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt zu finden. Dr. Frank vom Naturwissenschaftlichen Verein konnte an einem einzigen Nachmittag mehr als 180 Pflanzenarten identifizieren, in einem ganzen Jahreslauf sind mehr als das doppelt so viele anzunehmen. Tiere und Pflanzen zusammengenommen werden auf etwa 460 Arten geschätzt. Im Vergleich zu der Landschaft ringsherum eine gigantische Zahl!

 Mancher ältere Zuhörer fühlte sich an diesem Abend in seine Kindheit und Jugend zurückversetzt, wo an den Ufern von noch nicht eingedämmten Flüssen und Bächen eine ähnliche natürliche Vielfalt herrschte und oft abenteuerliche Stunden verbracht wurden.


Gartenflohmarkt

Am Samstag, den 27. April 2013 von 9.00 - 12.00 Uhr findet der alljährliche Frühjahrsgartenflohmarkt auf dem Festplatz Bobingen statt. Ob Gemüsepflanzen, Blumen, Kakteen, Steingarten- oder Zimmerpflanzen, Sträucher, übrige Gartengeräte oder Literatur, alles kann zum Verkauf angeboten werden. Am Stand des Bund Naturschutz sind wie immer Pflanzen als Spende willkommen. Bei einer Tasse Kaffee kann man sich so manche Anregung holen und Gedanken austauschen. Gleich nebenan lädt der Ortsverband der Grünen in Bobingen zum Radlflohmarkt ein.

Keine Anmeldung nötig!


Energiesparen zuhause - sofort, mittelfristig, langfristig

14.03.2013 Gemeindesaal der Evangelischen Kirche 20 Uhr

Referentin: Monika Gebhard, Architektin Dipl. Ing. (FH), Klimaschutzmanagerin der Stadt Bobingen.

Die Abkehr von Atomkraft und fossilen Energien ist eine Schicksalsfrage für unsere Zivilisation. Jeder einzelne kann dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt. Der Vortrag will zeigen, welche Maßnahmen jeder in seinem persönlichen Umfeld sofort verwirklichen kann und welche Schritte mittel- und langfristig geplant werden müssen.


Katastrophaler Katastrophenschutz bei einem Unfall im Atomkraftwerk!

07.03.2013 Mittlere Mühle 20 Uhr

Eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz zeigt, dass im Falle eines atomaren Unfalles im Atomkraftwerk Gundremmingen mit radioaktiver Freisetzung die radioaktiven Spaltprodukte je nach Wetterlage bis zu 170 km verfrachtet werden können. Alle offiziellen Katastrophenschutzplanungen und Evakuierungsvorbereitungen enden jedoch am 25-Kilometer-Radius um das Atomkraftwerk. Welche Rolle spielen beim Atomunfall Jodtabletten? Wer wird evakuiert? Wo werden Notfallstationen eingerichtet? Wo sind Auffanglager geplant? Wer muss über Jahrzehnte zwangsumgesiedelt werden? Kann das alles klappen? Ist bei einem solchen Unfall überhaupt ein effektiver Schutz möglich?.

Lesen Sie eine kurze Zusammenfassung des Vortrag hier: Klick mich!